Corona-Testungen an Beruflichen Schulen

Pressemitteilung
Berlin 16.04.2021


Senatsbildungsverwaltung lässt Berufliche Schule mit Corona-Testung allein
Mickmann: „Sämtliche in Beruflichen Schulen Tätige werden durch die ungenügenden gesundheitsorientierten Rahmenbedingungen in ihrer Gesundheit bedroht.“

Der Wechselunterricht vollzieht sich nach den Osterferien an den Beruflichen Schulen unverändert. Jetzt wird es ernst: Ab dem 19. April 2021 haben Schülerinnen und Schüler im Rahmen der Infektionsschutzmaßnahmen verpflichtende Selbsttestungen zweimal wöchentlich in der ersten Unterrichtsstunde vorzunehmen. Der negative Test ermöglicht die Teilnahme an schulischen Präsenz- und Betreuungsangeboten. Die Testung soll nach Anweisung der Senatsbildungsverwaltung unter „Anleitung durch das pädagogische Personal in der Schule“ etwa im Klassenraum durchgeführt werden.

Aus Sicht des Verbandes der Lehrerinnen und Lehrer an Wirtschaftsschulen, Landesverband Berlin e. V. (VLW) werden die Beruflichen Schulen durch die Senatsbildungsverwaltung mit der Testorganisation völlig allein gelassen. „Die Lehrkräfte haben die Schülerschaft aufzuklären, das Testverfahren zu erläutern, bei positiven Ergebnissen über das weitere Vorgehen zu informieren und negative Testergebnisse zu bescheinigen. Derartige Tätigkeiten gehören eindeutig nicht zu den Aufgaben einer Lehrkraft. Die Beruflichen Schulen sind für die Testung der Schülerinnen und Schüler mit extra dafür qualifizierten Fachpersonal unverzüglich auszustatten“, fordert der VLW-Pressesprecher Diplom-Handelslehrer Jens-Peter Mickmann.

Der VLW wünscht sich eine rasche Klärung der impfbezogenen Verantwortungsfrage. In keiner Weise ist seitens der Senatsbildungsverwaltung juristisch gesichert, was passiert, wenn sich bei der Testung unter Aufsicht der Lehrkraft ein Fehler ereignet (z. B. Nasenverletzung, Falschablesung des Ergebnisses). Hier befindet sich die verantwortliche Lehrkraft in einer rechtlichen Grauzone, die etwaige persönlich juristische Konsequenzen nach sich zieht. Eine Kriminalisierung der Lehrkraft ist somit eindeutig im Vorhinein auszuschließen.

Der VLW identifiziert eine durch die Senatsbildungsverwaltung veranlasste organisatorische und besonders eine gesundheitsgefährdende Situation an den Beruflichen Schulen für alle am Schulleben Beteiligte. Darüber hinaus stellt die Bildungsverwaltung die Beruflichen Schulen bewusst vor weitere organisatorische Herausforderungen. Der eingeschränkte Schulalltag wird zudem weiter belastet.

„Sämtliche in Beruflichen Schulen Tätige werden durch die ungenügenden gesundheitsorientierten Rahmenbedingungen in ihrer Gesundheit bedroht. Keiner mag sich vorstellen, wie konkret in der Schule infizierte Menschen mit schweren Verläufen in ihrem zukünftigen Leben beeinträchtigt werden können. Die Senatsbildungsverwaltung lässt die Beruflichen Schulen mit den Problemen schlicht allein. Dieser unhaltbare Zustand muss schnellstmöglich abgestellt werden“, fasst VLW-Pressesprecher Mickmann die Perspektive seines Verbandes zusammen.

Für den VLW ist es unabdingbar, dass die Senatsbildungsverwaltung unverzüglich die Impfung von Lehrerinnen und Lehrern in den Beruflichen Schulen prioritär zu organisieren hat. Die Pleite der Lehrerimpfung mit dem Wirkstoff des Herstellers „AstraZeneca“ darf sich nicht wiederholen.


Jens-Peter Mickmann
VLW-Pressesprecher


pdf vLw_Presseerklaerung_2021_14-Corona-Testungen-an-Beruflichen-Schulen
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

Aktueller-Ausbildungsmarkt

Pressemitteilung
Berlin 14.04.2021


Zahl der Ausbildungsplätze alarmierend
Mickmann: „Junge Menschen dürfen in der Pandemie nicht auf der Strecke bleiben!“

Deutschland wird international um seine Berufsausbildung beneidet. Das in Deutschland lange etablierte so genannte System der Berufsausbildung führt zur Deckung des Fachkräftemangels und gleichzeitig zu einer europaweit sehr geringen Zahl an Jugendarbeitslosen.

Zum Ausbildungsstart im August 2020 begannen so wenige junge Menschen in Deutschland eine Berufsausbildung wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Der Rückgang ist stärker als 2009, als die Gesamtzahl der Neuverträge im Zuge der Finanzkrise um 7,6 Prozent zurückgegangen war. Außerdem zählten Statistiker deutschlandweit erstmalig seit 1991 keinen niedrigeren Stand an neuen Ausbildungsverträgen. Insgesamt befanden sich am 31. Dezember 2020 nach vorläufigen Ergebnissen rund 1,289 Millionen Personen in einer dualen Berufsausbildung. Im Vergleich zum Jahr 2019 ist die Zahl damit ebenfalls rückläufig: Damals waren es noch 1,329 Millionen. Die Zahl der neu abgeschlossenen Berufsausbildungsverträge belief sich 2020 auf rund 465.200 – so wenig wie noch nie.

Im Bereich Industrie und im Handel gibt es eine deutlich geringere Anzahl an Lehrverträgen. So sinkt die Zahl der Ausbildungen in der Industrie und im Handel um 11,9 Prozent und im Handwerk um 6,6 Prozent. Lediglich die Landwirtschaft verzeichnet einen leichten Zuwachs.
Die Pandemie schlägt sich enorm auf dem Ausbildungsmarkt nieder. Dieser aktuelle coronabedingte Einbruch ist einzigartig. Die Pandemie macht eine normale Ausbildung für die Unternehmen organisatorisch fast unmöglich.
„Wirtschaft und Politik dürfen jetzt die jungen Menschen mit ihrer Berufsplanung nicht alleine lassen. Neben den November- und Dezemberhilfen sowie den Überbrückungsgeldern sind insbesondere Programme für die duale Berufsausbildung aufzulegen. Die so investierten finanziellen Mittel sind Zukunftsinvestitionen“, fordert der Pressesprecher des Verbandes der Lehrerinnen und Lehrer an Wirtschaftsschulen Landesverband Berlin e.V. (VLW) Diplom-Handelslehrer Jens-Peter Mickmann. Für den VLW weist daraufhin, dass den Unternehmen, die jetzt nicht ausbilden, in der Zukunft die Fachkräfte fehlen. Die jungen Menschen dürfen nach Auffassung des VLW in der Pandemie nicht auf der Strecke bleiben!


Jens-Peter Mickmann
VLW-Pressesprecher


pdf vLw_Presseerklaerung_2021_13-Aktueller-Ausbildungsmarkt
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

Präsenzunterricht stoppen

Pressemitteilung
Berlin 02.04.2021


Lehrerimpfung abgesagt – Präsenzunterricht an beruflichen Schulen stoppen
Mickmann: „Bildungsverwaltung versetzt Lehrkräfte und Schulorganisation in eine unglaubliche Situation. Sie macht fassungslos.“

Leider kein Aprilscherz! Die Senatsbildungsverwaltung hat am 01. April 2021 das Impfangebot an die Beschäftigten beruflicher Schulen zurückgenommen. Verantwortlich dafür sind die diffusen Entwicklungen rund um das Vakzin des Herstellers „AstraZeneca“. Der politische Wirrwarr um die Impforganisation in Deutschland ist hinlänglich bekannt. Seit dem 17. März 2021 verdoppelten sich die Inzidenzwerte. 90 Prozent der aktuellen Corona-Fälle sind auf die britische Mutante zurückzuführen. Lehrkräften an beruflichen Schulen sind in der so genannten „Prioritätsgruppe 3“ eingestuft und gehören unverständlicherweise damit nicht zu den systemrelevanten Berufen. Die Senatsbildungsverwaltung hält nach wie vor am Präsenzunterricht in beruflichen Schulen fest.

„Die Wahrscheinlichkeit, sich in der Schule anzustecken, ist wesentlich höher als je zuvor. Wenn die Schulen offenbleiben sollen, hat der Senat klare Regelungen für die Tests zu definieren, einen verbindlichen Impfweg aufzuzeigen und ein für die Umsetzung erforderliches personelles Unterstützungssystem bereitzustellen“, fordert der Pressesprecher des Verbandes der Lehrerinnen und Lehrer an Wirtschaftsschulen Landesverband Berlin (VLW) Diplom-Handelslehrer Jens-Peter Mickmann. Unmissverständlich klar muss es nach Ansicht des VLW sein, dass sich Testunwillige oder nicht getestete Personen in Schulen nicht aufhalten dürfen. Für den VLW ist die Anpassung der Impfpriorität für die Lehrkräfte an beruflichen Schulen unerlässlich.

Die Senatsbildungsverwaltung versetzt die Lehrkräfte und die Schulorganisation in eine unglaubliche Situation. Sie macht fassungslos. Die beruflichen Schulen setzen die geforderten Hygieneauflagen zeitnah und passgenau um. Die Selbsttests wurden an die Schülerinnen und Schüler ausgegeben. Das Verhalten der Schülerinnen und Schüler vor und in der Schule ist schwer zu kontrollieren. Das bezieht sich auf das Tragen der Masken, Abstand halten sowie auf die Frage, wie verhalten sich die Schülerinnen und Schüler auf dem Weg zur Schule und umgekehrt. Darüber hinaus ist der private Umgang mit den zur Verfügung gestellten Test unklar. So können die Tests etwa freihändig verkauft werden.

„Konsequentes politisches Handeln im Sinne des Gesundheitsschutzes ist jetzt gefordert! In den Schulen kommen viele Menschen auf engem Raum zusammen. Tests haben unter Aufsicht verbindlich stattzufinden oder Testbescheinigungen müssen taggenau vorgelegt werden. Erst wenn alle Maßnahmen verbindlich und praxistauglich umgesetzt sind, ist ein Präsenzunterricht möglich.“, fordert der VLW-Pressesprecher Mickmann.


Jens-Peter Mickmann
VLW-Pressesprecher


pdf vLw_Presseerklaerung_2021_12-Praesenzunterricht-stoppen
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -