Presseerklärung Nr. 11/2013

Pressemitteilung zum neuen Vorstand

Am 23. Oktober 2013 traf sich die Mitgliederversammlung des VLW Berlin, um einen neuen Landesvorstand zu wählen. Die Neuwahl war nach dem unerwarteten Rücktritt von Maria Gramlich notwendig geworden. Leider hat sie bis heute keine Begründung für ihren Rücktritt gegeben.

Zum neuen Vorsitzenden des Landesverbandes Berlin wurde Stefan Hirsch ohne Gegenstimme gewählt. In ihren Ämtern als stellvertretende Vorsitzende wurden Yamina Ifli und Thomas Begner, als Geschäftsführerin Martina Räther und als Schatzmeister Hartwig Büssing ebenfalls jeweils ohne Gegenstimme wiedergewählt. Sie hatten alle ihre Funktionen schon bisher mit großem Engagement ausgefüllt. Für den ausscheidenden Uwe Thews, der aus Zeitgründen nicht mehr für die Funktion des Vertreters der jungen Wirtschaftspädagoginnen und Wirtschaftspädagogen kandidierte, wurde Dr. Melanie Hoppe gewählt. Sie gehörte bisher schon als kooptiertes Mitglied dem Landesvorstand an.

In seiner Bewerbungsrede, die mit den übrigen Kandidaten abgestimmt war, ging der neue Vorsitzende auf die zukünftigen Ziele des VLW Berlin ein:

  1. Man wolle unbedingt wieder die Verbeamtung der jungen Kolleginnen und Kollegen erreichen (das Land Berlin stellt seit 2004 Lehrkräfte nur noch als Angestellte ein). Dazu wolle er das Gespräch mit Mitgliedern des Berliner Abgeordnetenhauses suchen, um diese davon zu überzeugen, dass eine solche Verbeamtung auch im finanziellen Interesse des Landes liege. Um nämlich überhaupt noch Lehrkräfte für das Bundesland gewinnen zu können, zahle das Land vom ersten Tag an seine angestellten Lehrkräfte mit der höchsten Erfahrungsstufe. Im Laufe einer 30-jährigen Dienstzeit koste ein angestellter Lehrer das Land mindestens 700.000 € mehr. Für diese Summe könnten sehr lange die Pensionszahlungen für einen verbeamteten Lehrer übernommen werden. Diese Mehrausgaben trügen darüber hinaus nicht einmal zur Zufriedenheit der betroffenen Lehrkräfte bei. Vielmehr schürten sie eher noch die schlechte Stimmung in den Schulen. Allerdings wies Hirsch darauf hin, dass es bis zu einer Wiederaufnahme der Verbeamtung durch den Berliner Senat unbedingt notwendig sei, dass sich der VLW Berlin stärker um die tarifbeschäftigen Lehrkräfte kümmere als dies in der Vergangenheit der Fall gewesen sei. Dieses Feld dürfe nicht der GEW überlassen werden.
  2. Der neue Vorstand wolle die Auseinandersetzung mit der GEW forcieren. Es sein notwendig sich stärker von ihr abzugrenzen und die Unterschiede zwischen einer DGB-Gewerkschaft und einem Fachverband des Deutschen Beamtenbundes klarzumachen. Vor allem soll immer wieder darauf hingewiesen werden, dass die GEW-Funktionäre sich in ihrer großen Mehrheit hätten selbst verbeamten lassen und nun diesen Status für ihre jungen Kolleginnen und Kollegen ablehnten.
  3. Der neue Vorstand wolle eine Besoldungsperspektive für die verbeamteten Lehrkräfte und die Pensionäre bis 2017 erreichen. Besoldungsperspektive bedeute, dass bis dahin eine Angleichung der Gehälter an den Durchschnitt der Beamten der übrigen Bundesländer erreicht werde.
  4. Der VLW strebe eine langfristige Zusammenarbeit mit der Schwesterorganisation BLBS an, um die Schlagkraft dieser beiden Fachverbände innerhalb des Deutschen Beamtenbundes zu stärken. Als Fernziel könne sich Hirsch eine Fusion der beiden Verbände nach dem Vorbild Baden-Württembergs unter dem möglichen Namen „Berufsschullehrerverband“ vorstellen.

Nach der viel Beifall bedachten Rede war von einem „Aufbruch“ im Landesverband Berlin die Rede.

Von Links: Martina Räther, Thomas Begner, Yamina Yfli, Stefan Hirsch, Dr. Melanie Hoppe, Hartwig Büssing
Von Links: Martina Räther, Thomas Begner, Yamina Yfli, Stefan Hirsch, Dr. Melanie Hoppe, Hartwig Büssing

Presseerklärung Nr. 11/2013

Junge Wirtschaftspädagogen

VLW: Auftaktveranstaltung der AG „Junge Wirtschaftspädagogen“

Am 13. und 14. September fand die Auftaktveranstaltung der AG „Junge Wirtschaftspädagogen“ in Fulda statt. Die Initiatoren, die VLW-Bundesvorsitzenden Frau Dr. Angelika Rehm und Herr Dr. Ernst G. John, luden zu dem Treffen ein. Im Rahmen der Veranstaltung berichtete Frau Worgall - aus dem Landesverband Baden-Württemberg - über die früheren Aktivitäten der AG, die nun neu zusammengesetzt, die aktuellen Interessen und Ziele der jungen und zukünftigen Lehrer an berufsbildenden Schulen vertreten bzw. umsetzen soll. Aus Berlin nahm an dem Treffen Frau Dr. Melanie Hoppe, Anwärterin für das Lehramt an beruflichen Schulen, teil.

Schnell wurde deutlich, die jetzigen Studierenden, Lehrer/innen im Vorbereitungsdienst und jungen Lehrkräfte wünschen sich in der jeweiligen Phase ihrer Ausbildung verstärkt Unterstützung. Es kristallisierten sich die folgenden vier Themenfelder heraus: Studium, Vorbereitungsdienst, Übergang vom Vorbereitungsdienst zur Planstelle und der Berufseinstieg.

Die Studierenden wünschen sich die vollständige Anerkennung von Modulen bei einem Universitätswechsel, der häufig aufgrund nicht ausreichend vorhandener Masterplätze erzwungen wird. So sollte es möglich sein, ein Bachelor- und Masterstudium an derselben Universität zu absolvieren. Weitere thematische Schwerpunkte sind die Ausweitung des Praxisbezugs im Studium und eine stärkere Gewichtung der Didaktik. Im Zweitfach bestünden aus Sicht der Studierenden häufig Anforderungen, die als nicht angemessen für die spätere Tätigkeit als Lehrer/in im berufsbildenden Schulwesen betrachtet werden können. Wichtig ist, Wirtschaftspädagogik als eigenständigen Studiengang zu führen, was nicht an allen Universitäten gegeben ist.


Einheitlich festgehalten wurde die als (zu) hoch empfundene Belastung im Vorbereitungsdienst. An den Schulen sollten unterstützende Strukturen für Referendare geschaffen werden, da gerade in dieser Phase der Lehrerbildung bis zum jetzigen Zeitpunkt wenig konkrete Unterstützung besteht. Hingegen gibt es während des Studiums vielfach Ansprechpartner in den einzelnen Landesverbänden und auch später, in der Berufseinstiegsphase ist eine Betreuung der jungen Lehrkräfte gewährleistet.

Aufgrund der restriktiven Einstellungssituation in einzelnen Bundesländern ist die Berufseinstiegsphase vielerorts sehr erschwert. Ein Ziel ist es, die Zeitverträge zu verbannen und Wartezeiten für die Verbeamtung zu vermeiden. Ferner ist zu klären, ob bzw. inwieweit ein Anspruch auf Arbeitslosengeld nach dem Referendariat besteht. Letztendlich ist die Koordination von Prüfungs- und Einstellungsterminen zu beachten, um überflüssige Wartezeiten zu vermeiden. Um einen schnelleren Berufseinstieg sicher zu stellen, sollte der problemlose Wechsel in ein anderes Bundesland erleichtert werden. Die Diskrepanz hinsichtlich Besoldung und Vertragslaufzeit zwischen Beamten und Tarifangestellten sollte durch Besserstellung der letztgenannten aufgehoben werden. Bezogen auf den konkreten Unterrichtsalltag könnten Fortbildungsmöglichkeiten in den kaufmännischen Fächern bzw. Lerngebieten ausgeweitet werden.

Die Mitglieder der AG „Junge Wirtschaftspädagogen“ sind bestrebt, die Anregungen, Wünsche und Ziele aus den Landesverbänden aufzugreifen und umzusetzen. Deshalb an dieser Stelle der Appell der Arbeitsgemeinschaftsmitglieder an alle Studierenden, Lehrer im Vorbereitungsdienst als auch Lehrkräfte in den ersten Berufsjahren: Teilt/Teilen Sie den unten stehenden Ansprechpartnern mit, wo ihr/Sie Handlungsbedarf seht/sehen und welche Problematiken die AG weiterverfolgen soll. Unterstützung erhält die AG von Herrn Pankraz Männlein, dem Vorsitzenden des VLW-Lehrerbildungsausschusses und dem VLW-Bundesvorsitz. So findet im März nächsten Jahres eine Sitzung mit den Mitgliedern des Ausschusses für Lehrerbildung und eine Sitzung des Bundesvorstandes statt, an der Mitglieder der AG teilnehmen werden. Dort besteht die Möglichkeit eure/Ihre Interessen vorzutragen und Gehör für die jeweiligen Problematiken zu finden.

Für Berlin wendet euch/wenden Sie sich bitte an folgendes Mitglieder der AG:

Dr. Melanie Hoppe, mel.hoppe@gmx.de


Claudia Bloch
Mitglied der AG „Junge Wirtschaftspädagogen“


Junge Wirtschaftspädagogen