Presseerklärung Nr. 4/2012

Reform der Lehrerausbildung – ein Dauerbrenner

Während die Schulpraktischen Seminare seit Februar mit Hochdruck die neue Verordnung über den Vorbereitungsdienst und die Zweite Staatsprüfung umsetzten, tagt nun zeitgleich eine von der Bildungssenatorin Sandra Scheeres eingerichtete Expertenkommission „Lehrerbildung“ unter der Leitung von Prof. Dr. Jürgen Baumert. Die Kommission soll bis September 2012 eine Expertise zur Reform der Lehrerbildung in Berlin erstellen. Gegenstand der Beratungen sollen u. a. sein die Eignungsfeststellung für den Lehrerberuf, Studienmodelle unter Berücksichtigung der Mangelfachsituation, Verankerung der inklusiven Pädagogik, Praxissemester und die Einrichtung einer School of Education. Ebenfalls zeitgleich wird in der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft an einem neuen Lehrerbildungsgesetz gearbeitet, welches u. a. strukturelle Anpassungen wie die Angleichung des Vorbereitungsdienstes für alle Lehrämter auf 18 Monate ermöglichen soll.


3 000 Unterstützer des Manifests der angestellten Lehrkräfte

Am 2. März 2012 hat die Vereinigung „Bildet Berlin! – Initiative für Schulqualität“ das Manifest „Unsere Jugend ist unsere Zukunft“ zusammen mit 3 000 Unterschriften an die Bildungssenatorin Scheeres übergeben. Lehrkräfte aus über 100 Schulen und der Berliner VLW-Landesverband haben damit die folgenden Forderungen zur Sicherung der Qualität an Berliner Schulen unterstützt:

1. Gerechtigkeit: Gleichstellung sichern!

a) Ersatz der Nebenabrede durch eine sichere tarifliche Regelung,
b) Gehaltsstufen und ein Nettoverdienst, die dem Vergleich mit den Beamtenbezügen standhalten,
c) Zahlung eines Krankengeldzuschusses über die 39. Woche hinaus, Zahlung eines Zuschusses für eine Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsversicherung,
d) gleiche Berücksichtigung der Familienverhältnisse von angestellten und beamteten Lehrkräften und
e) Ausgleich gravierender Unterschiede bei der Altersvorsorge und der späteren Altersversorgung

oder

2. die Verbeamtung!

Die Reaktion war wie erwartet: Grundsätzlich wurde von Seiten der Bildungssenatorin deutlich gemacht, dass die Forderungen von „Bildet Berlin!“ angesichts der allgemeinen Haushaltslage des Landes Berlin kaum erfüllt werden könnten; eine Gleichstellung sei demnach nicht absehbar. Damit wird sich die Abwanderung der in Berlin gut qualifizierten und engagierten Lehrkräfte dramatisch verstärken. Der VLW-Berlin fragt, ob unter solchen Bedingungen die Berliner Jugend langfristig überhaupt noch bestmöglich ausgebildet werden kann.


Die IHK Berlin reduziert die Prüfungsgebühren

Im Jahr 2003 hatte die IHK Berlin – trotz vieler Proteste - als einzige IHK in Deutschland ihre Prüfungsgebühren mehr als verdoppelt. Am 13. Januar 2012 wurde in der Vollversammlung der IHK Berlin nun beschlossen, die Ausbildungsgebühren ab sofort um 40 % zu senken. Der Präsident der IHK Berlin unterstrich: „Die Senkung der Ausbildungsgebühren ist ein wichtiges Signal, insbesondere an kleinere Betriebe, sich weiterhin in der Ausbildung des beruflichen Nachwuchses zu engagieren

Presseerklärung Nr. 4/2012