Presseerklärung Nr. 11/2011

Schulfrieden in Berlin ‐ Botschaft der rot‐schwarzen Koalition
Die Koalition aus SPD und CDU bestätigt das von Rot‐Rot eingeführte zweigliedrige Schulsystem und macht die beruflichen Schulen zu Kompetenzzentren.

Berlin soll eine Stadt für Bildung werden mit starker Wirtschaft und guter Arbeit. Dies steht in den Koalitionsvereinbarungen von SPD und CDU.

Neue Senatorin für Bildung, Jugend und Wissenschaft – wohlgemerkt nun ohne Forschung, die wandert in das Ressort Wirtschaft, Technologie und Forschung ‐ wird Sandra Scheeres, Abgeordnete aus dem Wahlkreis Pankow Süd und Heinersdorf. Zurzeit ist die 41‐Jährige jugend‐ und familienpolitische Sprecherin der SPD‐Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus. Scheeres wird ‐ so die Koalitionsvereinbarungen ‐ dafür sorgen, dass in Berlin künftig Schulfrieden herrscht und die demografische Rendite in den Schulen belassen wird – das sind die guten Nachrichten.

Leider wurde die Chance verpasst, die Berliner Schule für junge Kolleginnen und Kollegen attraktiver zu machen. Auch künftig werden Lehrerinnen und Lehrer nicht verbeamtet. Insbesondere für die beruflichen Schulen wird es somit weiterhin schwierig sein, fachkompetenten Nachwuchs vor allem in den Mangelfächern zu finden. Auch die 100%ige Ausstattung der Schulen mit Lehrerstellen und die damit verbundene Personalkostenbudgetierung für Vertretungen werden beibehalten – das „Vertretungs‐ und setzungskarussel“ kann sich weiterdrehen. Angesichts der zunehmenden Zahl der Pensionierungen und dem künftig fehlenden Lehrernachwuchs stellt sich aber gerade für die beruflichen Schulen die Frage, ob in den nächsten Jahren überhaupt eine 100%ige Ausstattung erreicht werden kann. Vielleicht dadurch, dass der weitere Aufbau von Lehrerarbeitszeitkonten beendet werden soll – so die Koalitionsvereinbarung.

Der Schulfriede gilt nicht für die Lehrerbildung. Diese wird weiter reformiert werden. Es wird eine Kommission eingerichtet, die u. a. die Einrichtung einer „School of Education“ prüfen soll. Das Masterstudium für alle Lehrämter wird vier Semester betragen, der Vorbereitungsdienst soll zukünftig 18 Monate betragen.

Für die berufliche Bildung an den Oberstufenzentren (OSZ) hat sich die große Koalition darauf geeinigt, die OSZ zu Kompetenzzentren für Aus‐, Fort‐ und Weiterbildung zu entwickeln und ihre Selbstständigkeit auszubauen. Das Übergangssystem soll so gestaltet werden, dass Jugendliche direkt nach der Schule eine Ausbildung beginnen können. Unnötige – schulische ‐ Warteschleifen sollen vermieden werden. Die inklusive Beschulung wird auf die beruflichen Schulen ausgedehnt.

Der VLW Berlin begrüßt grundsätzlich die Weiterentwicklung der Oberstufenzentren zu Kompetenzzentren. Hierdurch wird die Bedeutung der beruflichen Bildung für Berlin unterstrichen. Dies geht aber nicht zum „Nulltarif“ und nicht ohne junge Kolleginnen und Kollegen. Deshalb muss Berlin wieder verbeamten, eine Ausstattung der OSZ von über 100 Prozent gewährleisten und die (vielen) älteren Kolleginnen und Kollegen durch geeignete Altersteilzeitmodelle entlasten.

Presseerklärung Nr. 11/2011

Schnuppermitgliedschaft

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Presseerklärung Nr. 10/2011

Verbeamtung junger Lehrerinnen und Lehrer in Berlin weiterhin tabu: VLW- Landesverband enttäuscht – GEW erleichtert

Nach wochenlangen Verhandlungen hat sich die Koalition aus SPD und CDU nicht dazu durchringen können, junge Lehrerinnen und Lehrer endlich wieder zu verbeamten. Damit wurde die Chance verpasst, die Berliner Schule für junge Kolleginnen und Kollegen attraktiver zu machen. Aus Sicht des VLW-Berlin keine Liebeserklärung an die Berliner Schule. Die Berliner GEW dagegen zeigt sich erleichtert über die Entscheidung von Rot-Schwarz:

"Bei allem Verständnis für die Forderungen vieler angestellter Lehrkräfte, genauso abgesichert sein zu wollen, wie ihre verbeamteten Kolleginnen und Kollegen, reagiert die GEW BERLIN mit Erleichterung auf die Entscheidung der Koalitionäre, auf die Wiedereinführung der Verbeamtung von Lehrkräften zu verzichten. " http://www.gew-berlin.de/22844.htm

Für die beruflichen Schulen in Berlin wird es zukünftig immer schwieriger sein, fachkompetenten Nachwuchs zu finden, denn der wandert ab. Arm, reich, sexy? Nicht im Vergleich mit den anderen Bundesländern...

Der VLW-Berlin setzt sich weiterhin für die Verbeamtung der jungen Lehrerinnen und Lehrer ein. Unterstützen Sie uns dabei, werden Sie jetzt Mitglied1 und profitieren Sie von den Leistungen des VLW!

Herzlich

Ihr VLW-Vorstand

Presseerklärung Nr. 10/2011